Das eigene Wohnmobil in die USA verschiffen

Für uns haben mehrere Gründe dafür gesprochen, das eigene Wohnmobil mit in die USA zu nehmen. Unser Elliot ist unser Zuhause und somit die einzige Konstante auf unserer Reise. Mit zwei Kindern immer wieder Koffer ein- und auspacken stelle ich mir sehr anstrengend vor. Ausserdem haben wir ja auch noch die Schulsachen dabei. So wird es recht schnell viel Gepäck. Auch finanziell macht es ab einer gewissen Dauer Sinn, das eigene Wohnmobil in die USA zu verschiffen.

RoRo

RoRo steht für Roll on Roll off und bedeutet, dass das Fahrzeug auf den Frachter gefahren wird. Das ist deutlich günstiger als eine Container-Verschiffung. Da wir noch nie ein Fahrzeug verschifft haben, haben wir uns für die Firma Seabridge entschieden, welche sich auf Wohnmobilreisen und Wohnmobilverschiffung spezialisiert hat. Sie haben für uns die ganze Verschiffung organisiert und uns über alle Schritte gut informiert. Sie waren auch sehr geduldig mit uns, obwohl wir unsere Pläne mehrmals geändert haben.

Passagier auf dem Frachtschiff

Seabridge bietet neben der Verschiffung von Wohnmobilen auch Kabinen für Personen auf dem Frachter an. Man kann also gemeinsam mit seinem Wohnmobil über den grossen Teich tuckern. Ganz so einfach, wie der Transport mit einer Fähre ist das ganze aber dann doch nicht. An beiden Häfen benötigt das Wohnmobil nämlich ein paar Tage länger für Reinigung und Zollabfertigung. Nachdem man sein Wohnmobil also am Hafen abgegeben hat, muss man sich noch für ein paar Tag ein Hotel nehmen, bevor es dann an Board geht.

Bereit machen für den Frachter

Für die Abgabe muss das Wohnmobil sehr sauber sein und im Innern des Wohnmobils muss alles verstaut sein. Man kann also nicht den Innenraum des Wohnmobils mit Gegenständen füllen. Alles muss in den Schränken oder Stauräumen weggeräumt sein. Solang die Campingausrüstung aber in die Schränke passt, kann man alle seine gewohnten Dinge mitnehmen. Lebensmittel dürfen aber keine im Wohnmobil sein und die Gasflaschen müssen leer sein. Aber auch hier bekommt man von Seabridge detaillierte Informationen, damit man an alles Wichtige denkt. So sauber und aufgeräumt kann man das Wohnmobil dann in die USA verschiffen.

Einschiffen in Hamburg

Wir haben uns für den Abfahrtshafen Hamburg entschiedenen. Die Übergabe des Wohnmobils klappte problemlos und alles ist gut organisiert. Es darf nur eine Person mit auf das Hafengelände und ein bisschen Zeit muss man schon mitbringen, dass es gewisse Wartezeiten gibt, bis man alle Etappen durchlaufen hat.

Tracking gibt Sicherheit

Sobald der Frachter dann unterwegs war, haben wir von Seabridge einen Tracking-Link bekommen und konnten so jederzeit sehen, wo sich unser Wohnmobil gerade befindet. Zuerst ging es nach Antwerpen, dann nach Liverpool und dann ab über den grossen Teich nach Halifax. Zu Beginn waren wir etwas erstaunt, wie lange der Frachter jeweils in den verschiedenen Häfen lag, aber der Zeitplan ging dann doch prima auf.

Wie lange dauert das

Der Frachter selbst benötigt etwa 2,5 Wochen von Hamburg nach Baltimore. Dazu kommen dann auf beiden Seiten noch ein paar Tage für die Zollabwicklung dazu. Man muss also etwa mit 3,5 Wochen rechnen. Und man muss sich bewusst sein, dass es sich um ein Frachtschiff und nicht um eine Kreuzfahrt handelt. Das Schiff hat zwar einen Zeitplan, Änderungen sind aber jederzeit möglich. Die Termine sind nicht garantiert. Das heisst, das Schiff kann sowohl früher, als auch später fahren, eine Garantie gibt es nicht.

Was kostet die Verschiffung

Die Frachtrate beträgt zurzeit 49 Euro pro m³ zu den Häfen der Ostküste. Berechnet wird das also ganz genau gemäss Länge, Breite und Höhe des Fahrzeugs. Man sollte sich also gut überlegen, ob der Fahrradträger dran bleiben soll, der fällt dann nämlich ganz schön ins Gewicht. Uns hat die Hinreise des Wohnmobils etwa 3500 Franken gekostet. Das fällt dann auf der Rückreise natürlich nochmals an. 7000 Franken sind eine Menge Geld! Es ist aber viel günstiger, als ein Wohnmobil für ein halbes Jahr zu mieten. Da fangen die Preise dann etwa bei 20000 Franken an.

Eine weitere Möglichkeit wäre es ein Wohnmobil in den USA zu kaufen und dann am Ende der Reise wieder zu verkaufen. Diese Angebote gibt es auch mit garantiertem Rückkaufangebot, sodass man kein Risiko eingeht. Diese Variante liegt dann preislich irgendwo zwischen Verschiffung und Mieten.

Dieser Vergleich ist für ein halbes Jahr Aufenthalt berechnet. Je nach Reisedauer, ändern sich natürlich die Zahlen für das Mieten.  Laut Seabridge lohnt es sich bereits ab 4 Wochen das eigene Wohnmobil in die USA zu verschiffen. Und wie man das Wohnmobil in Bezug auf die Strom- und Gasversorgung USA-tauglich macht, habe ich im letzten Post beschrieben.

Das eigene Wohnmobil in die USA verschiffen

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