Ein Visum für die USA

Dieser Bericht ist eigentlich schon lange überfällig, denn das Visum war eines der ersten Dinge, die wir für die grosse Reise durch die USA in Angriff genommen haben. Als Schweizer reicht uns eine ID für unsere Reisen durch Europa prima aus und so hatten wir nicht einmal einen Schweizer Pass. Der ist aber für ein Visum für die USA zwingend notwendig, also haben wir erstmals einen Termin beim Passbüro gemacht.

Der Termin beim Passbüro

Im Kanton Bern geht das ganz modern alles per Online Anmeldung und wir haben uns dafür die Ferienzeit ausgesucht. Es war unser erster grosser Meilenstein in der Planung und wir waren so voller Vorfreude. Und wie es in den Ferien manchmal so ist, weiss man plötzlich nicht einmal mehr welcher Wochentag heute ist und so ist der Termin vergessen gegangen. Ich muss dazu sagen, dass mir so etwas normalerweise nicht passiert. Ich war mit unserem ersten Sohn schwanger, als ich das letzte Mal einen Termin vergessen habe und das ist nun doch schon 8 Jahre her!

Wir haben uns in aller Form entschuldigt und einen neuen Termin gemacht. Beim Passbüro fand man das nicht so lustig, weil wir als Familie jeweils gleich vier Slots belegt haben und für sie so eine grosse Lücke entstanden ist, weil wir nicht dort waren. Aber den zweiten Termin haben wir nicht mehr vergessen. Die Fotos waren ruckzuck gemacht, und so waren wir dann stolze Besitzer von vier neuen Schweizer Pässen.

Der Visumsantrag

Und genau mit diesen neuen Passnummern konnten wir nun das Visum für die USA beantragen. Diese Anträge brauchten viel Geduld und Zeit. Alles hat man zweimal durchgelesen und überall sichergestellt, dass sich auch nirgends ein Schreibfehler eingeschlichen hat. Das Ganze war recht nervenaufreibend, weil immer überall gross steht, dass der Antrag bei falschen Angaben direkt abgelehnt wird. Natürlich haben wir die Fragen wahrheitsgetreu ausgefüllt, aber ein paar Fragen waren schon recht knifflig zu beantworten, weil man nicht immer direkt verstanden hat, was denn genau gemeint ist. Aber irgendwann hat man dann auch das längste Formular ausgefüllt und die Gebühr bezahlt. So brauchten wir nur noch einen Termin für das Interview.

Das Interview in Bern

Für den Termin in Bern mussten wir unseren grösseren Sohn aus der Schule nehmen, da der Termin unter der Woche an einem Morgen war. Die Jungs haben wir eindringlich gebrieft, dass sie für die Zeit in der amerikanischen Botschaft wirklich ihr aller bestes Benehmen mitnehmen müssen. Auf der Einlandung zum Termin stand gross, dass man weder zu früh, noch zu spät kommen darf. Als pünktliche Schweizer sind wir dann genau zur angegebenen Zeit bei der amerikanischen Botschaft in Bern erschienen. Es regnete an diesem Tag in Strömen und die Warteschlange vor der Botschaft war unglaublich lang. Wir bekamen Panik! Wie sollen wir bei so einer Warteschlange pünktlich in der Botschaft ankommen? Also habe ich die letzten der Schlang höflich gebeten, ob wir nicht vorbei dürften, aber schnell war klar, dass wir alle für unsere Termine zu spät kommen würden. Es ist nicht wichtig, wann man drinnen an den Schalter kommt, sondern nur, dass man zu der angegebenen Zeit bei der Botschaft erscheint. Immer noch sehr nervös standen wir also gut eine Stunde vor der Botschaft im Regen, bis wir es endlich bis zur Sicherheitskontrolle geschafft hatten. Danach ging es dann recht schnell und schon bald wurden wir von einem netten jungen Herrn zu unserer Reise befragt. Er interessierte sich sehr für die geplante Route und erzählte uns, wo er selbst schon war und wo er gerne noch hinreisen würde. Am Ende des Gesprächs teilte er uns dann mit, dass unsere Anträge approved seien und wir hüpften förmlich aus der Botschaft hinaus.

Kurze Zeit später kamen dann unsere schönen neuen Pässe mit den eingeklebten Visa auf der Post an und bekamen sogleich in eine neue Schutzhülle. Diese vier hübschen Büchlein haben uns nämlich fast 1000 Franken gekostet! Aber die erste grosse Hürde für unsere USA Reise war geschafft.

Wir hatten im Vorfeld viele Horrorgeschichten von willkürlichen Visums-Entscheiden und unfreundlicher Behandlung auf der amerikanischen Botschaft gehört. Das Ausfüllen der Formulare ist ein bürokratischer Marathon, aber auch als Laie durchaus machbar. Und wir wurden überall sehr freundlich und fair behandelt. Nun haben wir alle ein Visum für die USA, das 10 Jahre gültig ist. So schnell müssen wir das also nicht wieder machen. Natürlich kann man diese Visumsanträge auch von einem spezialisierten Büro machen lassen, aber wir haben dieses Geld gerne gespart und die Anträge selber ausgefüllt. Wir würden es auf jeden Fall wieder so machen.

Ein Visum für die USA

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