Rückblick und Ausblick

Unsere Reise durch die USA ist fast zu Ende. Deshalb will ich mir hier ein bisschen Zeit für einen kleinen Rückblick und Ausblick nehmen.

Unsere Stimmung auf dem Indian Creek Campground, dem letzten privaten Campingplatz unserer Reise, war grau wie das Regenwetter. Versteht mich nicht falsch, wir freuen uns riesig auf die Schweiz und vor allem auf unsere Familien, aber diese Reise war zu Beginn ein Traum, dann eine vage Idee und irgendwann war der Entschluss gefasst unser Leben auf den Kopf zu stellen. Danach gab es kein zurück mehr. Das war aufregend und nervenaufreibend zugleich. Es gab so viel zu organisieren und in Erfahrung zu bringen. Und dann war der grosse Tag endlich da und wir fuhren los.

Rückblick

Die ersten Wochen in Richtung Spanien waren nicht einfach. Wir mussten uns im neuen Alltag zurechtfinden. So ganz ohne Struktur kann man sich schnell etwas verloren fühlen. Dennoch mussten die Schulaufgaben gemacht und auch berufliche Verpflichtungen wahrgenommen werden. Jeder musste sich in der Familie seinen Platz neu finden.

Und als wir uns dann an die neuen Platzverhältnisse und den neuen Rhythmus gewöhnt hatten, begannen wir es so richtig zu geniessen. Man kann den Problemen nicht davon fahren, das Leben findet immer statt. Unsere Jungs sind nach wie vor Brüder, die sich gerne mal nerven und manchmal reisst der Wind einem ein Fenster raus oder man wird von hinten von einem Truck gerammt. Anders ist, dass man viel enger zusammen ist, ehrlicher mit sich selber und damit auch den anderen sein muss und dass man viel flexibler und kreativer im Lösen von Problem wird.

Unterwegs mit Kindern

Unsere Jungs sind gewachsen, nicht nur physisch, sondern auch emotional. Sie haben Empathie und Rücksicht gelernt und es ist eine Freude ihnen bei ihrer Entwicklung zuzusehen. Beide haben Englisch gelernt, wobei der Ältere deutlich mehr spricht, als der Jüngere. Und beide haben die Welt gesehen. Natürlich noch nicht die ganze, aber sie haben das Meer, Sümpfe, die Wüste, Berge und Seen gesehen. Die Jungs haben giftigen Pflanzen kennengelernt, Bärenspuren entdeckt und versucht sich an Rehe anzuschleichen. Wir haben aber auch Armenviertel und Menschen ohne Perspektiven gesehen. Und hier so weit weg von unserem Zuhause haben sie gelernt, was die Schweiz ist, weil sie so viel anders gesehen haben, das nicht die Schweiz ist.

Wie die Zeit vergeht

Als Kind hat man das Gefühl, dass die Zeit viel zu langsam vergeht. Man möchte schneller grösser und älter sein, die Schule beenden, Autofahren erlernen und selbständig werden. Spätestens aber, wenn man eigene Kinder hat, beginnt die Zeit zu rennen. Man feiert Silvester und kann kaum glauben, dass bereits wieder ein Jahr vergangen ist. Es fühlt sich an, als würde die Zeit einem wie Sand durch die Finger rinnen. Wir haben den Pausenknopf gedrückt, tief Luft geholt und uns in ein Abenteuer gestürzt. Nichts von dieser Reise fühlt sich so an, als wäre die Zeit zu schnell vergangen. Wir werden dieses Jahr an Silvester auf ein Jahr gefüllt mit unzähligen wunderschönen Erinnerungen zurückblicken. Und wir sind so dankbar dafür. Diese Reise war alles, was wir uns gewünscht hatten und noch so viel mehr. Wir haben die Zeit zusammen verbracht und die Erinnerungen zusammen geschaffen. Und ja, da war der Verkehrsunfall und eine weltweite Pandemie, und trotzdem hätten wir diese letzten Monate nicht missen wollen.

Ausblick

Nun fliegen wir bald zurück in die Schweiz zu Familie und Freunden. Auf uns wartet eine kleine Wohnung im Berner Oberland und eine neue Stelle für mich. Kurz vor unserem Abflug in die Staaten hatten wir den Kaufvertrag für eine kleine Wohnung im Berner Oberland unterschrieben. Mit den aktuell tiefen Zinsen kostet uns diese monatlich nur sehr wenig, sodass sie auch ins Budget für eine nächste Reise passt. Ausserdem ist es mit den Schweizer Behörden deutliche einfacher, wenn man eine wirkliche Adresse in der Schweiz besitzt.

Anfang August werde ich eine neue Stelle antreten, die auf ein Jahr befristet ist. Wir hoffen, dass in der Zeit eine Corona-Impfung auf dem Markt kommt und dass wir im Herbst 2021 in ein neues Abenteuer aufbrechen können. Leise Pläne sind bereist am Entstehen.

Homeschooling

Die Jungs werden wir auch im nächsten Schuljahr Zuhause unterrichten, weil die Hoffnung gross ist, dass wir im Herbst 2021 zu einem weiteren Abenteuer aufbrechen können. Das Homeschooling wird vor allem mein Mann übernehmen, was mich ziemlich wehmütig stimmt. Ich mag meinen Beruf sehr und habe es genossen meine eigenen Kinder unterrichten zu dürfen.

Wir sind für ein Jahr dem Hamsterrad entkommen und fest entschlossen, nicht einfach wieder einzusteigen. Wir haben gelernt, wie wenig wir zum Leben wirklich brauchen und wie wertvoll gemeinsame Zeit ist. Das wollen wir uns bewahren.

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