Unser Wohnmobil ist zurück

Unser Wohnmobil ist zurück in der Schweiz! Es war ein langer Weg voller Fragen, Mails und Telefonaten. Aber eins nach dem anderen:

Lange ist es her, als wir in Tacoma erfahren haben, dass wir unser Wohnmobil einen Tag früher als geplant beim Hafen abgeben müssen. Es war ein Tag voller Hektik und blank liegender Nerven. Und dann machten wir uns mit dem Flugzeug auf den Heimweg, richteten uns in der Schweiz neu ein und warteten gespannt auf die Rückkehr unseres Wohnmobils. Im Internet kann man jeweils die Frachter verfolgen, sodass wir immer ungefähr wussten, wo sich unser Elliot gerade befindet. Und dann kam er Ende August endlich in Deutschland an. Die Überfahrt dauerte so lange, da wir ihn ja von der Westküste aus verschifft haben und er durch den Panamakanal musste. Der Weg von der Westküste ist deutlich länger, dafür konnten wir die Gebiete meiden, die so hohe Corona-Infektionen zählten. Und da wir in der Schweiz ja vorerst nicht reisen konnten, weil ich einen neuen Job anfangen würde, kümmerte uns die längere Überfahrt nicht.

Auf nach Bremerhaven - oder doch nicht

Die Abfertigung in Baltimore dauerte nur ein paar Tage, weshalb wir davon ausgingen, dass das in Bremerhaven nicht anders sein würde. Wir organisierten also ein Plätzchen für unsere Jungs, da ich arbeiten musste und für meinen Mann ein Zugticket nach Bremerhaven Anfang September. Wir haben extra noch ein paar Reservetage dazu gerechnet, damit das dann sicher auch aufgehen würde und waren sehr erstaunt, als wir die Papiere zur Abholung unseres Wohnmobils nicht rechtzeitig erhalten haben. Das Zugticket war umsonst gekauft, dafür genossen mein Mann und ich ein paar kinderfreie Tage, da die Jungs sich schon so auf die Grosseltern gefreut hatten. Wir suchten bereits nach einem neuen Termin, um das Wohnmobil abzuholen, aber irgendwie bekamen wir nie eine verlässliche Antwort, wann denn das genau möglich sei. Und so zogen die Tage und Wochen vorbei. Die Herbstferien standen vor der Tür und uns wurde klar, dass wir nirgends hinfahren können werden, da wir ja immer noch kein Wohnmobil hatten. Wenigstens ist es mit den Jungs in den Herbstferien einfacher, da ich ja dann auch frei habe und mein Mann jederzeit abfahren kann, um unser Wohnmobil zurückzuholen. Wir wären bereit gewesen, aber die Papiere waren immer noch nicht da.

Es lag am lieben Geld

Nach unzähligen Mails und Telefongesprächen stellte sich heraus, dass unsere Zahlung für die Überfahrt nicht an die Firma, welche die Buchung bei der Reederei vorgenommen hatte, weitergeleitet worden war. Wir hatten die Hälfte des Betrags bei der Buchung und die zweite Hälfte kurz vor der Abfahrt des Frachters in den USA an Robert bezahlt. Da die Reederei die Bezahlung aber nie erhalten hatte, haben sie unser Wohnmobil zurückbehalten. Wir waren schockiert und ratlos, wie es denn nun weitergehen sollte.

Das Rennen gegen die Corona-Zahlen

Wir wurden zusehends nervöser, zum einen, weil wir nicht verstehen konnten, warum unser bezahltes Geld nicht da gelandet ist, wo es hinsollte und zum anderen, weil die steigenden Corona-Zahlen die Rückholung des Wohnmobils gefährdeten. Wir befürchteten, dass Deutschland eine Quarantäne-Pflicht für einreisende Schweizer anordnen wird, was das Abholen des Wohnmobils praktisch unmöglich gemacht hätte. Ausserdem neigten sich die Herbstferien langsam dem Ende, was die ganze Organisation mit den Jungs und meiner Arbeit wiederum erschweren würde.

Der saure Apfel - nochmals bezahlen

Als wir zum ersten Mal hörten, dass unser Wohnmobil wegen des fehlenden Geldes zurückbehalten wurde, war ich der Meinung, dass das nicht rechtens sei. Es gehört ja uns und wir hatten fristgerecht bezahlt. Leider lag ich da falsch. Die Reederei hat ja unser Wohnmobil nach Deutschland transportiert und hatte damit Anspruch auf das Geld. Die einzige Möglichkeit unser Wohnmobil noch vor weiteren Corona-Massnahmen in Deutschland abholen zu können, war also den Betrag für die Verschiffung ein zweites Mal zu bezahlen. Und das fanden wir alles andere als lustig! Es handelt sich dabei nämlich um eine ziemliche Stange Geld, die wir unverschuldet nun ein zweites Mal bezahlen mussten.

Unser Wohnmobil ist zurück

Das Geld ein zweites Mal zu bezahlen, war aber unsere einzige Möglichkeit auf eine schnelle Lösung des Problems und so bezahlten wir und konnten am letzten Freitag in den Herbstferien unser Wohnmobil in Bremerhaven abholen und zurück in die Schweiz fahren. Es gab noch ein ziemliches Durcheinander wegen fehlender Zollpapiere, was sich aber am Schluss als völlig unnötig erwies. Die Abholung in Bremerhaven war problemlos und mein Mann konnte rechtzeitig vor der Quarantänepflicht zurück in die Schweiz fahren.

Ausgeraubt - die Reederei hat sich bedient

Wenn man am Hafen sein Fahrzeug wieder entgegennimmt, kann man es auf Schäden überprüfen und diese bei der Reederei melden. Die Türen und Fensters des Wohnmobils werden vor der Überfahrt mit roten Kleber versiegelt, was bei einem Alkoven-Wohnmobil aber nicht so viel nützt, da man ja von der Fahrerkabine problemlos in den Wohnraum kommt. Wir hatten bei der Planung unserer grossen Reise von geplünderten Wohnmobilen gelesen und waren recht nervös, in welchem Zustand wir unser Wohnmobil in Baltimore wohl abholen konnten. Alles war einwandfrei und nichts fehlte. Umso schockierter waren wir beim Ausladen unseres Wohnmobils zurück in der Schweiz, als wir bemerkten, was alles fehlte. Praktisch alle Schränke waren durchwühlt und verschiedenes fehlte. Das Personal der Reederei hat einfach behalten, was ihnen gerade gefallen hat. Wir hatten keine Wertsachen wie Laptops oder so im Wohnmobil und waren erstaunt, über die Dinge die uns gestohlen wurden. So fehlte die Ukulele, eine Kinder-Tauchermaske, mein gutes Messer, mein Täschchen mit den Wäscheklammern und noch andere Kleinigkeiten. Leider ist das Verschiffen von Wohnmobilen mit Inhalt in einer Grauzone, weshalb wir diese Dinge nicht wirklich zurückfordern können. Ich habe den Vorfall aber bei Wallenius Wilhelmsen gemeldet und sie haben sich entschuldigt. Mehr wird wohl leider nicht passieren.

Und das Geld?

Wir hatten von Robert die Zusage bekommen, dass der doppelt bezahlte Betrag in drei Raten geteilt wird und so gestaffelt an uns zurückbezahlt wird. Leider sind bereits zwei dieser drei Termine ohne jegliche Zahlung von Robert verstrichen. Er ist der Meinung, dass das alles an der verrückten Corona-Situation liegt. Wir sind da anderer Meinung. Die Daten für die Rückzahlungen wurden nicht von uns, sondern von Robert selber gesetzt und nichts ist passiert. Wir sind hin- und hergerissen, ob wir einfach noch geduldig sein sollen, oder ob wir die ganze Sache besser an ein internationales Inkassobüro weitergeben sollen. Traurigerweise kostet uns alles ausser warten noch mehr Geld. Wir waren Robert wirklich sehr dankbar, als er uns in den USA so schnell ein gutes Angebot gemacht hat. Inzwischen haben wir aber unglaublich viel für die Verschiffung bezahlt und im Moment sieht es nicht danach aus, als ob Robert bereit wäre, uns das Geld wieder zurückzubezahlen.

Wie geht es nun weiter

Unser lieber Elliot ist zurück in der Schweiz und nun schon in der Werkstatt, wo eine Offerte erstellt wird für die Reparatur der Rückwand. Wir hatten ja am ersten Tag in den USA einen Verkehrsunfall und konnten den Schaden nicht in den USA reparieren lassen. Wir hoffen, dass die Abwicklung des Schadens mit der amerikanischen Versicherung einfacher wird, als die Abholung unseres Wohnmobils in Deutschland. Natürlich werden wir euch alle hier auf dem Laufenden halten.

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